Silikone

Silikone

Blickpunkt: „Silikon“ ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe von Stoffen, die hinsichtlich ihrer Wirkung auf Haut und Haar und ihrer Auswirkungen auf Gewässer kritisch diskutiert werden.

Was sind Silikone?

  • Vielfältige synthetische Stoffe, die aus einer Verbindung von Sauerstoff und Silicium sowie Kohlenwasserstoffen bestehen
  • Der namensgebende Grundbaustein Silicium kommt beispielsweise als Siliciumdioxid in Form von Quarzsand oder Quarzkies in der Natur vor. Aus dem Quarzsand wird elementares Silicium gewonnen, das zu Silanen verarbeitet wird, die wiederum die Basis für Silikone darstellen

Welche Aufgaben übernehmen Silikone in Kosmetika?

  • Bei der Haarpflege werden Silikone eingesetzt, um die Oberflächenstruktur von Haaren zu glätten, stumpfem Haar Glanz zu verleihen und splissgeschädigtes Haar zu kitten
  • In der Hautpflege gewährleisten Silikone ein angenehmes Hautgefühl und sorgen für einen Schutzfilm, der vor Feuchtigkeitsverlust schützt
  • In manchen Produkten der dekorativen Kosmetik, wie Lippenstift oder Lidschatten, sorgen Silikone für eine geschmeidige Konsistenz des Produktes und langandauernden Halt

Welche Bedenken werden geäußert?

  • Silikone hätten keine pflegende Wirkung, sondern versiegelten lediglich Haut und Haare
  • Durch das Abspülen silikonhaltiger Produkte könnten Silikonverbindungen ins Abwasser und dadurch in die Gewässer gelangen, wo sie aufgrund ihrer Langlebigkeit nicht abgebaut würden

Was sagen die Experten?

  • Heutige Silikone wirken im Allgemeinen zielgerichtet, lassen sich ausschließlich an beschädigten Stellen des Haares nieder und lassen sich gut wieder abwaschen
  • Die in Haar- und Hautpflegemitteln verwendeten Silikone sind gesundheitlich unbedenklich. So hat beispielsweise der  Wissenschaftliche Ausschuss „Verbrauchersicherheit“ der Europäischen Kommission (SCCS) bestätigt, dass die Verwendung der cyclischen Silikonverbindung D5 in kosmetischen Produkten kein Risiko für die menschliche Gesundheit darstellt
  • Viele der in kosmetischen Produkten verwendeten Silikone weisen ein höheres Molekulargewicht (> 500 Da) auf und werden überwiegend in Kläranlagen herausgefiltert

Welche Regulierungen gibt es?

  • Ab einer bestimmten Menge dürfen spezielle niedermolekulare cyclische Silikone, D4 und D5, aus Umweltgründen in der EU seit dem 31. Januar 2020 nicht mehr in abwaschbaren kosmetischen Mitteln eingesetzt werden

INCI-Namen

  • In der INCI-Liste sind Silikone meistens an der Deklarationsendung „-icone“ oder „-iloxane“ zu erkennen